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Großzügige Spende und Erfolgsgeheimnisse zur Abstinenz beim 110. Jahresfest der Suchthilfe

27.09.2016 | Von Sarah Benkißer | Suchthilfe

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Stefan Frosch, Leiter Marketing & Kommunikation der „Fahrradprofis“, und Jürgen Ziegele (2.v.r.), Vorsitzender des Förderkreises Suchthilfe der Zieglerschen überreichen Friedrich Worf (l.) und Dr. Stefan Schaffitzel vom Ringgenhof eines der sechs gesponsorten Fahrräder. / Foto: Die Zieglerschen

Die Suchtkliniken der Zieglerschen, der Ringgenhof in Wilhelmsdorf und die Fachklinik Höchsten in Bad Saulgau, feierten ihr traditionelles Jahresfest. Die Fahrradprofis und der Förderkreis Suchthilfe spendeten Fahrräder und Zubehör für Patienten. Ehemalige Patienten verrieten ihre persönlichen Erfolgsgeheimnisse, um abstinent zu bleiben.

Mehrere hundert ehemalige und aktuelle Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende, Freunde und Förderer der Suchthilfe der Zieglerschen treffen sich jedes Jahr in den Fachkliniken Ringgenhof in Wilhelmsdorf und Höchsten in Bad Saulgau, um ihr gemeinsames Jahresfest zu feiern. In diesem Jahr hatten bei den traditionsreichen Feierlichkeiten, die bereits zum 110. Mal stattfanden, besonders die Adaptionspatienten des Ringgenhofs Grund zur Freude: Denn dank dem Förderkreis Suchthilfe der Zieglerschen und dem Geschäft »Fahrradprofis« aus Ravensburg sind sie jetzt viel mobiler. Sechs nagelneue, knallgelbe Fahrräder konnten dank der Unterstützung des Förderkreises angeschafft werden. Die »Fahrradprofis« gaben die passenden Schlösser und Fahrradhelme als Spende dazu. "Unsere Patienten, die sich nach ihrer Suchttherapie in der 'Adaption' wieder nach außen orientieren, können sich nun viel freier bewegen," freut sich Friedrich Worf, Mitarbeiter der Adaption in der wilhelmdorfer Suchtfachklinik.  Das ist wichtig, da die meisten Adaptionsteilnehmer keinen Führerschein mehr besitzen und die öffentlichen Verkehrsmittel im ländlichen Gebiet um Wilhelmsdorf nicht flächendeckend ausgebaut sind. "Die Fahrräder werden von unseren Patienten zum Beispiel dazu genutzt, um zu den Praktikumsstellen zu kommen, die ihnen eine berufliche Neuorientierung bzw. den Wiedereinstieg ins Arbeitsleben ermöglichen sollen", erklärt Arbeitstherapeut Worf. Beim Jahresfest der Suchthilfe nahmen Friedrich Worf und der ärztliche Leiter des Ringgenhofs, Dr. Stefan Schaffitzel, die gelben »Drahtesel« feierlich in Empfang und dankten dem Förderkreis und den Fahrradprofis für die großzügige Spende.

Ihre persönlichen Erfolgsgeheimnisse, wie sie langfristig abstinent leben können, verrieten einige ehemalige Patientinnen und Patienten der beiden großen Sucht-Rehakliniken Höchsten in Bad Saulgau und Ringgenhof in Wilhelmsdorf anlässlich des Jahresfestes. Auf die Frage "Was gibt Ihnen die Kraft und trägt entscheidend zu Ihrer Abstinenz bei?" gaben sie ganz unterschiedliche und thematisch doch übereinstimmende Antworten: So wird der Austausch mit anderen abstinent lebenden ehemaligen Suchtpatienten, z.B. in Selbsthilfegruppen, als ein Erfolgsfaktor für die eigene Abstinenz angegeben. Auch liebevolle und stabile Beziehungen zum Partner, zu Familie und Freunden sowie ein gesundes Selbstwertgefühl, Achtsamkeit und Selbstreflektion sind für die Betroffenen wichtig. Für Tilo S. war es vor allem die Aufarbeitung seiner frühen Kindheit, die ihm geholfen hat, mit Drogen und Alkohol Schluss zu machen, er schrieb: "Für mich war der erfolgreiche Abschluss meiner Therapie essentiell. Selbstliebe, Selbstachtung, Selbständigkeit sind alles Eigenschaften, die in meiner Jugendzeit verteufelt wurden. Meine Kids habe ich erfolgreich zur Selbstliebe, Selbstachtung, Selbständigkeit erzogen und sie sind heute erfolgreiche und selbstbewusste Menschen."

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