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Schulsozialarbeit wird immer wichtiger

14.09.2017 | Von Harald Dubyk | Jugendhilfe

Mit Beginn des neuen Schuljahres setzt sich ein Trend der letzten Jahre fort: die Zahl der Kinder mit Förderbedarf an Regelschulen steigt. Grund ist die fortschreitende Inklusion: immer mehr Kinder mit Handicaps besuchen ihre Heimatschulen. Mit der positiven Entwicklung wachsen aber auch die Herausforderungen – zum Beispiel für die Schulsozialarbeiter der Jugendhilfe der Zieglerschen mit Sitz in Berg bei Ravensburg.

Schulsozialarbeiterin Eva Ziegler, die in Oberteuringen im Bodenseekreis alle acht Klassen der Teuringer-Tal-Schule betreut, weiß, von was sie spricht: „Immer mehr Schüler brauchen individuelle Unterstützung. In jeder Klasse sind es mittlerweile drei bis fu?nf Kinder mit einem zusätzlichen Förderbedarf. Dadurch sind wir immer mehr gefordert“, berichtet sie. Schulsozialarbeiter werden von den Kommunen an Schulen eingesetzt und von diesen auch (teil-)finanziert. Fest angestellt sind sie jedoch meist bei freien Trägern, zum Beispiel der Jugendhilfe der Zieglerschen. Hier können die „Einzelkämpfer“ im Team fachlichen Austausch pflegen. „Eine gemeinsame Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit verschiedensten Handicaps stellen die Schulen vor Herausforderungen, die nur gemeinsam zu meistern sind“, sagt Daniela Mendler, Abteilungsleiterin für Schulsozialarbeit in der Jugendhilfe der Zieglerschen.

 

Zu den Kernaufgaben der Schulsozialarbeit gehören präventive Angebote wie soziales Lernen, Gemeinwesensarbeit und die Einzelfallhilfe. Letztere ist besonders zeitintensiv, da sie eine komplexe Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrern und anderen Fachdiensten erfordert. Ausgestattet mit vielen spannenden Themen und Methoden unterstützten die Schulsozialarbeiter die Schulen. Präventive Angebote zum Thema Glück gehören genauso zum Angebot wie Hilfen bei Mobbing, Gewalt oder persönliche Hilfestellungen, die manches besser gelingen lassen. Eine aktivierende unterstützende Elternarbeit steht dabei im Fokus der Schulsozialarbeiter. „Inklusion und Integration werden uns in den kommenden Jahren treue Begleiter sein, um eine gelingende Bildungs- und Berufslaufbahn zu begleiten“, prognostiziert Daniela Mendler.

In vielen Kommunen ist die wichtige Rolle der Schulsozialarbeit längst anerkannt. Auch der steigende Bedarf wird gesehen – einzelne Gemeinden denken derzeit über eine Ausweitung der Stunden für die Schulsozialarbeit nach. Die Jugendhilfe der Ziegleschen hat im Bereich Sozialraumorientierte Angebote, zu denen die Schulsozialarbeit und die kommunale Kinder- und Jugendarbeit gehören, derzeit 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zehn Gemeinden der Landkreise Ravensburg, Biberach und Bodenseekreis im Einsatz. Insgesamt werden durch diese Angebote bis zu 7500 Schülerinnen und Schüler erreicht.

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visAvie 02-2017
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