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Zieglersche heißen Pfarrer Gottfried Heinzmann als Fachlich-theologischen Vorstand willkommen

14.02.2017 | Von Sarah Benkißer | Die Zieglerschen

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Die Schüler-Mit-Verantwortung des SBBZ Haslachmühle interviewte Pfarrer Gottfried Heinzmann (l.) zu seinem Amtsantritt / Foto: Katharina Stohr

Zum Einführungsgottesdienst im Wilhelmsdorfer Betsaal kamen über 200 Besucher. Beim anschließenden Festakt bekräftigte Volker Schebesta MdL, Staatssekretär im Kultusministerium Baden-Württemberg, in seinem Impulsvortrag den baden-württembergischen Weg im Bildungswesen.

Mit einem Einführungsgottesdienst und einem Festakt haben die Zieglerschen die Amtseinsetzung ihres neuen Fachlich-theologischen Vorstands Gottfried Heinzmann (51) in Wilhelmsdorf gefeiert. Heinzmann, der nun gemeinsam mit dem kaufmännischen Vorstand Rolf Baumann die Zieglerschen führen wird, ist qua Amtes zugleich Vorstand der den Zieglerschen verbundenen Johannes-Ziegler-Stiftung. Bereits zum 1. Februar 2017 hatte Gottfried Heinzmann seine Arbeit aufgenommen und damit die Nachfolge von Prof. Dr. Harald Rau angetreten, der im Sommer 2016 als Beigeordneter für Soziales, Integration und Umwelt zur Stadt Köln gewechselt war.

"Nicht Unternehmensstrategien stehen am Anfang eines solchen Amtes, sondern der dreieinige Gott", erklärte Oberkirchenrat Werner Baur, Aufsichtsratsvorsitzender der Zieglerschen, zu Beginn des Einführungsgottesdienstes im mit über 200 Besuchern gut gefüllten Betsaal in Wilhelmsdorf. Pfarrer Gottfried Heinzmann, der zuvor acht Jahre lang das Evangelische Jugendwerk in Württemberg geleitet hatte, legte in seiner Predigt sein Verständnis der Diakonie und seiner neuen Aufgabe darin dar: "Was wir als Zieglersche einbringen können und wollen, ist die Überzeugung, dass vor Gott jedes Leben kostbar ist und jeder Mensch wertvoll. Deshalb setzen wir uns für Menschen ein, die durch das gesellschaftliche Bewertungsraster fallen. Deshalb ringen wir um gute Lösungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf – und um gute Lösungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", erklärte Heinzmann in seiner Predigt und schloss: "In diesem Sinne möchte ich mein Amt ausüben: Im Vertrauen darauf, dass Gott auch durch mich wirkt. Im Vertrauen darauf, dass auch ich meinen Beitrag dazu leisten kann, dass wir den Weg zum Leben finden." Seine Investitur in das neue Amt nahmen Oberkirchenrat Dieter Kaufmann als Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg und die Ulmer Prälatin Gabriele Wulz als Vertreterin der evangelischen Landeskirche gemeinsam vor.

Pfarrer Gottfried Heinzmann hielt im Wilhelmsdorfer Betsaal eine Predigt zu Psalm 16,11, in der er sein Verständnis von Diakonie darlegte. / Foto: Katharina Stohr

Beim anschließenden Empfang im Wilhelmsdorfer Bürgersaal hielt Volker Schebesta MdL, Staatssekretär im Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg einen Impulsvortrag unter dem Titel "Welche Schule brauchen Kinder (mit und ohne Behinderung), um gut ins Leben zu finden?". Er betonte darin den baden-württembergischen Weg eines differenzierten und zugleich anschlussfähigen Bildungssystems, in dem sich allgemeine Schulen und sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren, staatliche und private Bildungseinrichtungen gegenseitig ergänzen. Dabei müsse man "bei dem Grundsatz bleiben: Vom Kind zum Programm", so Volker Schebesta. "Die Zieglerschen gehören zu den Vorreitern bei der gemeinsamen Beschulung von behinderten und nicht behinderten Kindern", hob er lobend hervor und ergänzte einige "Leuchtturmprojekte" wie die inklusive Theaterarbeit des Hör-Sprachzentrums oder die öffentlichen Gebärdenkurse der Behindertenhilfe der Zieglerschen.

Mit einem selbst entwickelten Theaterstück hießen Schülerinnen und Schüler der Schule am Wolfsbühl, dem Hör-Sprachzentrum der Zieglerschen in Wilhelmsdorf, den neuen Vorstand willkommen. Sie zeigten Begrüßungsrituale aus verschiedenen Ländern und Kulturen von Spanien über Russland bis nach Indien. Die Schülerband "Relax" aus der Haslachmühle der Zieglerschen sorgte für die musikalische Umrahmung des Festakts. Jugendliche der Schüler-Mit-Verantwortung (SMV) des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums Haslachmühle fühlten Gottfried Heinzmann in einem Interview auf den Zahn. "Wie lange wollen Sie hier arbeiten?", fragten sie beispielsweise. Gottfried Heinzmann antwortete: "Solange es für mich und die Menschen, für die ich hier Verantwortung trage, gut ist." Die Frage, ob Gottfried Heinzmann ein guter Chef sei, musste er am Ende nicht selbst beantworten. Aus dem Publikum schallte aus der Ecke seiner ehemaligen EJW-Kollegen unüberhörbar ein überzeugtes "Ja!". Auf lange Grußworte verzichteten die Zieglerschen bei diesem Festakt. Stattdessen gaben Eva-Maria Meschenmoser für den Landkreis Ravensburg, Sandra Flucht als Bürgermeisterin der Gemeinde Wilhelmsdorf, Marlene Gegenbauer, Leiterin des Regionalbüros der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg, Angehörigenvertreterin Ina Ströbele und Aufsichtsratsvorsitzender Werner Baur Gottfried Heinzmann ihre Wünsche in einer kurzen Gesprächsrunde mit auf den Weg. Angehörigenvertreterin Ströbele erklärte: "Die Zieglerschen haben es immer geschafft, Menschen mit Behinderung eine Heimat zu geben. Ich wünsche mir, dass dies auch weiterhin gelingt."  Eva-Maria Meschenmoser, Erste Landesbeamtin des Landkreis Ravensburg, gab dem aus dem schwäbischen Unterland stammenden evangelischen Pfarrer noch einen humorvollen Rat mit auf den Weg für sein Amt im katholisch geprägten Oberschwaben: "Machen Sie bloß nie Termine am gumpigen Donnerstag!"

Werner Baur (l.), Vorsitzender  des Aufsichtsrats, und Rolf Baumann (r.), kaufmännischer Vorstand, begrüßten Pfarrer Gottfried Heinzmann als neues Vorstandsmitglied der Zieglerschen / Foto: Katharina Stohr

Pfarrer Gottfried Heinzmann

Pfarrer Gottfried Heinzmann (51, verheiratet, 2 Kinder) ist seit 1. Februar 2017 Fachlich-theologischer Vorstand der Zieglerschen und Vorstand der Johannes-Ziegler-Stiftung. Von 2008 bis 2016 war er auf einer Sonderpfarrstelle Leiter des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (EJW). Er hat verschiedene Bücher und Aufsätze zur Praxis der Jugendarbeit herausgegeben und Texte und Lieder zum Glauben verfasst. Aufgewachsen in Neuenstadt am Kocher, führte ihn sein Theologiestudium nach Neuendettelsau, Erlangen und Tübingen. Nach seinem Ausbildungsvikariat in Westheim wurde er Pfarrer in Filderstadt-Sielmingen. Ab 1999 war er im ständigen Pfarrdienst, ab 2005 Stellvertreter des Dekans und in dieser Funktion auch zuständig für die Diakone und Jugendreferenten des Kirchenbezirkes Bernhausen.

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