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Spatenstich in Engen

29.03.2016 | Von Anna-Vanessa Möhrle | Behindertenhilfe

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Vollzogen den traditionellen Spatenstich in Engen (v.l.): Jürgen Hildebrand, Architekturbüro Hildebrand und Schwarz Friedrichshafen, Christoph Arnegger, Geschäftsführer Facility Management der Zieglerschen, Jorikke Bohnenkamp, Projektplanerin im Architekturbüro Hildebrand und Schwarz, Axel Goßner, Sozialdezernet Landkreis Konstanz, Johannes Moser, Bürgermeister Stadt Engen, Rolf Baumann, kaufmännischer Vorstand der Zieglerschen, Gisela Eberl, Vorsitzende des Heimbeirats, der Interessenvertretung der Bewohner in der Behindertenhilfe der Zieglerschen, Uwe Fischer, Geschäftsführer in der Behindertenhilfe der Zieglerschen, Christina Hörr, Heilerziehungspflegerin und künftige Standortleitung der Zieglerschen in Engen / Foto: Sarah Benkißer

Mit einem symbolischen Spatenstich wurde der offizielle Baubeginn in Engen für eine neue Einrichtung für Menschen mit geistiger und Hör-Sprachbehinderung der Zieglerschen markiert. Anfang April beginnen in der Mundingstraße in Engen, in direkter Nachbarschaft zum Erlebnisbad, die Aushubarbeiten für den Bau eines Wohnhauses und eines Förder-und Betreuungsbereiches. Unter der Überschrift „Wohnen, Arbeiten und Leben in Engen“ planen die Zieglerschen damit ein weiteres dezentrales Angebot für Menschen mit Behinderung. Im Sommer 2017 soll das neue Betreuungs- und Teilhabeangebot bereitstehen. Der kaufmännische Vorstand der Zieglerschen, Rolf Baumann stellte das Projekt vor und bedankte sich bei der Stadt Engen und dem Landkreis für das "Vertrauen in unsere Einrichtung".

Zu Beginn des Spatenstichs, luden der evangelische Pfarrer Michael Wurster und der katholische Dekan Matthias Zimmermann die rund 40 Anwesenden zu einer kurzen ökumenischen Besinnung ein. Mit dem Zitat "Ihr seid Gottes Ackerfeld" und mit ein paar Spritzern Weiwasser wurde der Bauplatz gesegnet - verbunden mit guten Wünschen fürs Gelingen sowohl beim Bau und auch bei der Arbeit mit den zukünftigen Bewohnern.

Die Standortleiterin für Engen, Christina Hörr, stellte die Arbeit an der zukünftigen Einrichtung vor: Insgesamt 24 Menschen mit geistiger und Hör-Sprachbehinderung werden ab 2017 in Engen zentrumsnah ein neues Zuhause finden. "Mit der eigenen Gebärdensammlung 'Schau doch meine Hände an' unterstützen wir die Menschen in ihrem ganz eigenen Leben. Wir bieten Ihnen eine Kommunikationsmöglichkeit für ihre Bedürfnisse", so Christina Hörr. Es sei der Grundgedanke von Inklusion, dass alle Menschen, ob junge oder alte, mit oder ohne Behinderung, gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können. Deshalb legten „Die Zieglerschen“ auch großen Wert darauf, Kontakt vor Ort mit Kirchen, Vereinen und Ehrenamtlichen zu haben, betonte Christina Hörr. "Teilhabe gelingt nur gemeinsam."

Christoph Arnegger, Geschäftsführer des Bereichs Facility Management, dankte der Stadt Engen und Bürgermeister Johannes Moser für die gute Zusammenarbeit und die gute  Kommunikation zwischen der Gemeinde, dem Landkreis Konstanz und den Zieglerschen. Durch einen Besuch in der Haslachmühle in Horgenzell, hatten sich der Gemeinderat und Bürgermeister Moser ein Bild davon machen können, was sie in Engen zukünftig erwartet. Das Haus, das die Zieglerschen auf dem Grundstück in der Mundingstraße errichten lassen, teilt sich in zwei familiäre Wohngruppen mit je sieben Bewohnern auf. In zwei zusätzlichen Wohnungen mit je fünf Plätzen sollen selbstständigere Personen mit Unterstützung so eigenständig wie möglich leben können. Der angrenzende Förder- und Betreuungsbereich bietet Tagesstrukturangebote für insgesamt 17 Personen an. Fünf dieser Plätze stehen Menschen mit Behinderung aus Engen und Umgebung offen, die zum Beispiel bei ihren Eltern wohnen. Zusätzlich sind zwölf Arbeitsplätze in Werkstätten der Kooperationspartner geplant. Gefördert wird das Bauvorhaben vom Kommunalverband für Jugend und Soziales und von Aktion Mensch.

Bürgermeister Johannes Moser bekräftigte die volle Unterstützung der Stadt Engen für das Projekt: "Die Zieglerschen sind ein Unternehmen mit hoher Qualität, guter Betreuung und die richtigen Partner für so ein Vorhaben." Die Stadt Engen habe eine tolle Landschaft, eine schöne Innenstadt und eine super Infrastruktur, so der Bürgermeister weiter. Moser hob besonders den Nutzen des wohnortnahen Angebots für die Familien der Menschen mit Behinderung hervor: "Sie können sich darüber freuen, ihre Kinder oder Angehörigen bald in der Nähe zu haben und keine langen Fahrten mehr auf sich nehmen müssen, um sie zu besuchen."

Axel Goßner, Sozialdezernent des Landkreises Konstanz, freute sich über das Engagement der Zieglerschen in Engen und im Landkreis: „Sie geben behinderten Menschen, die bei uns leben, mit der neuen Einrichtung auch die Möglichkeit, in ihrem Umfeld und ihrer Heimat in passenden Wohnungen zu bleiben“. Dieses Angebot decke sich mit der Strategie des Landkreises: "Wir wollen Angebote haben, die die Menschen hier im Landkreis Konstanz und Umgebung nutzen können", erklärte Goßner und signalisierte seine Unterstützung für das Projekt.

Mit dem traditionellen Spatenstich durch den Kaufmännischen Vorstand der Zieglerschen Rolf Baumann, Sozialdezernent des Landkreises Konstanz Axel Goßner, Bürgermeister Johannes Moser, Geschäftsführer der Behindertenhilfe Uwe Fischer, Geschäftsführer Facility Management Christoph Arnegger, die zukünftige Standortleiterin Christina Hörr, die Vorsitzende des Heimbeirats Gisela Eberl, Architekt Jürgen Hildebrand und Projektplanerin Jorikke Bohnenkamp wurde dann der Startschuss für das Bauprojekt gegeben.

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