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Aulendorf inklusiv gestalten

08.05.2017 | Von Sarah Benkißer / Ulrike Graf | Behindertenhilfe

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Sprachen mit Bürgern über Inklusion in Aulendorf (von links nach rechts): Eugen Neff, Vorstand des VDK-Ortsverbands, mit Karin Roth-Hieke (Wohnen), Ulrike Graf (Ambulante Dienste) sowie Evelyn Besnard und Johannes Assfalk (Neuland-Werkstatt) von den Zieglerschen. Foto: privat

Mit einem Aktionsstand auf dem Wochenmarkt haben die Zieglerschen zu einer teilhabeorientierten Gestaltung der Stadt aufgerufen. Anlass war der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

Am 5. Mai fand erneut der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Die Überschrift lautete in diesem Jahr: ‚Wir gestalten unsere Stadt – gemeinsam das Leben inklusiver machen'. Auf dem Aulendorfer Wochenmarkt warben die Zieglerschen, die seit 2015 ein Wohn- und Tagesstrukturangebot, eine Werkstatt und Ambulante Dienste für Menschen mit Behinderung in Aulendorf betreiben, für Vielfalt und das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung.
Das Ziel: mit Bürgern der Stadt ins Gespräch zu kommen und für das Thema Inklusion vor Ort zu sensibilisieren. „Wir haben viele interessante Gespräche mit Bürgern geführt zum Beispiel mit dem Vorstand des VDK-Ortsverbands", zieht Organisatorin Ulrike Graf von den Ambulanten Diensten der Zieglerschen Resümee. Vor allem habe man auf die konkreten Verbesserungswünsche von Menschen mit Behinderung hinweisen wollen, die diesen vor Ort die Teilhabe erleichtern würden, so Graf weiter. Insbesondere gebe es großes Interesse und hohen Bedarf an inklusiven Freizeitangeboten. Diese seien jedoch nur mithilfe von engagierten Ehrenamtlichen umsetzbar. „Wir haben schon viele gute Erfahrungen mit Freizeitangeboten an unseren anderen Standorten in Wilhelmsdorf, Friedrichshafen und Ravensburg gemacht. Und wir würden uns sehr freuen, wenn sich auch in Aulendorf Vereine und Ehrenamtliche finden würden, die Lust haben, mit uns gemeinsam ein attraktives Angebot auf die Beine zu stellen", sagt Ulrike Graf. Eine absolute Vorzeigekooperation gebe es beispielsweise in Wilhelmsdorf, dem Stammsitz der Zieglerschen. Hier besteht schon seit 25 Jahren eine Kooperation der Behindertenhilfe mit dem örtlichen Sportverein TSG Wilhelmsdorf. Die Fußballer und Volleyballer mit und ohne Behinderung treten sogar regelmäßig bei nationalen und internationalen Turnieren des sogenannten „Unified-Sports" an. „Ganz so groß müsste es in Aulendorf ja gar nicht sein", erklärt Ulrike Graf. „Wir würden uns einfach freuen, wenn Vereine ihre Bereitschaft signalisieren, gemeinsam Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Und wenn sich Ehrenamtlichen finden würden, die Menschen mit Behinderung mal einen Nachmittag in die Therme, zum Eis-Essen oder ins Kino begleiten würden – natürlich mit fachlicher Unterstützung und Anleitung durch uns."
Der Stand auf dem Aulendorfer Wochenmarkt war Teil einer deutschlandweiten Aktion anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, zu der die Aktion Mensch aufgerufen hatte. In diesem Jahr stand die Erlebbarkeit von Inklusion vor Ort im Fokus. Aktionsstände wie der in Aulendorf waren dabei nur ein Bestandteil der umfassenden Kampagne für mehr Teilhabe. Noch bis zum 14. Mai können sich Menschen – egal, ob jung oder alt, mit oder ohne Behinderung – am großen Online-Ideenwettbewerb der Aktion Mensch beteiligen. Ideen, die zu einem inklusiveren Leben beitragen, können auf www.aktion-mensch.de/5mai eingereicht werden. Die drei besten Ideen sollen mit Unterstützung der Aktion Mensch, realisiert werden.

In den sozialen Netzwerken können Ideen, Gedanken und Erlebnisse rund um den Protesttag und das Thema „Inklusion vor Ort" unter dem Hashtag #wirgestaltenhier geteilt werden.

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